Autor: Jan Matejko
Jahr: 1883
Dies ist ein Reproduktionsdruck von Jan Matejkos monumentalem historischen Gemälde Jan III. Sobieski bei Wien, geschaffen 1883 zum Gedenken an den 200. Jahrestag der Befreiung Wiens. Das Original ist ein etwa 458 × 894 cm großes Ölgemälde auf Leinwand und wird in den Vatikanischen Museen in Rom aufbewahrt.
Komposition und Bildthema:
Das Gemälde zeigt die Folgen der Schlacht um Wien am 12. September 1683, nicht die Schlacht selbst. Im Zentrum sitzt König Jan III. Sobieski zu Pferd und übergibt Jan Denhoff einen Brief, der den Sieg der Christen verkündet und den dieser Papst Innozenz XI. überbringen soll. Hinter Sobieski befinden sich polnische Reiter und die berühmten Flügelhusaren, während das besiegte osmanische Lager und die Landschaft rund um Wien den Hintergrund bilden.
Die Komposition vereint polnische, kaiserliche und deutsche Befehlshaber und betont den internationalen Charakter der Befreiung Wiens. Zu den Dargestellten gehören Karl V., Herzog von Lothringen, Ernst Rüdiger von Starhemberg und weitere Befehlshaber der verbündeten Streitkräfte. Der polnische König dominiert dennoch die Komposition und präsentiert den Sieg als bedeutenden Beitrag Polens zur Verteidigung des christlichen Europas.
Historischer und kultureller Kontext:
Matejko begann die endgültige monumentale Fassung 1882 und vollendete sie im August 1883, ausdrücklich anlässlich des zweihundertsten Jahrestags des Sieges. Das Gemälde wurde erstmals in Krakau ausgestellt und anschließend nach Wien gebracht, wo es Teil der Feierlichkeiten zum Jahrestag war. Matejko wollte mit dem Werk die Rolle Sobieskis und der polnischen Armee zu einer Zeit hervorheben, als die österreichische Interpretation des Sieges dazu tendierte, ihren Beitrag zu schmälern.
Anschließend übergab Matejko das Gemälde als Geschenk der polnischen Nation an Papst Leo XIII. Es traf im Dezember 1883 im Vatikan ein und befindet sich weiterhin im Sala Sobieski der Vatikanischen Museen. Papst Leo XIII. verlieh Matejko für dieses Werk das Kommandeurskreuz mit Stern des Piusordens.
Besondere Merkmale:
- Jan III. Sobieski: Die unmittelbar nach dem Sieg dargestellte zentrale Figur verkörpert die militärische Führung des polnisch-litauischen Commonwealth.
- Geflügelte Husaren: Polnische Husaren mit ihren charakteristischen Flügeln und Bannern erscheinen hinter dem König und bilden eines der bekanntesten Elemente der Komposition.
- Jan Denhoff: Der Kanoniker erhält Sobieskis Brief an Papst Innozenz XI. und begründet damit die zentrale Handlung des Gemäldes.
- Wien: Hinter den Figuren sind die Stadt und die umliegende Landschaft zu sehen, wodurch die monumentale Szene direkt mit dem historischen Schlachtfeld verbunden wird.
- Osmanisches Heerlager: Türkische Zelte und militärische Ausrüstung sind weiterhin sichtbar und erinnern bildlich an die besiegte osmanische Armee.
- Religiöse Symbolik: Die Präsenz der päpstlichen Botschaft und der religiösen Gestalten stellt den Sieg in den größeren Kontext des christlichen Europas.
- Monumentales Format: Das Original war fast 9 Meter breit und wurde als monumentale historische Aussage konzipiert, nicht einfach als Schlachtszene.
Das Gemälde ist daher sowohl eine historische Darstellung des Sieges von 1683 als auch eine eindrucksvolle Aussage über Polens Platz in der europäischen Geschichte. Matejko verwandelte das Ereignis in ein nationales und diplomatisches Bild und präsentierte Sobieski als den polnischen Anführer, dessen Sieg der gesamten christlichen Welt dargebracht wurde.
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